Seit heute morgen läuft das neue Werk von Jamie Isaac im Office und es begleitet mich auch gleich in den Feierabend und somit ins Wochenende. Herrlich entspannt, angenehmer Groove, diese Kombination aus Bossa Nova mit analogen 70er Synths und diese ganz besondere Schwingung der neu aufkeimenden Jazz-Szene in London – nicht ohne Grund betitelt Noisey UK den Hook-Lieferanten und Kumpel von King Krule und Rejjie Snow wie folgt:

„One more Star in the Sky of South London“ (Noisey UK)

Niemand macht wohl so schön seine persönlichen Schlafprobleme auf einem Album zum Thema. Bereits das Debüt „Couch Baby“ aus dem Jahr 2016 war ein Geheimtipp unter Musikliebhabern. Zusammen mit Rejjie Snow, Denzel Curry und King Krule verknüpfte der britische Songwriter Elemente aus dem Jazz mit Soul, R&B, Electronica und klassischem Hip Hop.

(4:30) Idler

Bereits der Albumtitel verweist auf die dunklen, unruhigen Stunden, in denen Isaac einen Großteil der Songs geschrieben hat. Die nächtlichen Arbeiten zeigen seine verfeinerten Produktionstechniken und sein Wachstum als Songschreiber. Jamies sorgfältig konstruierte Piano-Linien bilden das Rückgrat der treibenden Melodien und den Flow des Albums. Inspiriert von „Getz / Gilberto”, dem bahnbrechenden Jazz-Album von Stan Getz und João Gilberto aus dem Jahr 1964, entschied er sich, sein Album in sonnigere Gefilde zu lenken.

„Ich hörte dieses Album und erkannte, dass es das ist, was ich auf meiner nächsten Platte machen möchte. Ich möchte Pop, Bossa Nova, elektronische Musik machen. Ich möchte im sonnigen Kalifornien aufwachen anstatt in Süd-London, wo es regnet.” (Jamie Isaac)

Die Themen auf „(4:30) Idler” sind breit gefächert, kehren aber immer wieder zu einer analogen Romantik und einer sanften Verletzlichkeit zurück. Nicht die eine bestimmte Romanze steht im Mittelpunkt, eher eine anonyme Sehnsucht nach Liebe. Es ist ein ähnliches Wechselspiel von Höhen und Tiefen, die man in den zeitlosen Balladen von Chet Baker wiederfindet, dessen Werk einen großen Einfluss auf das Schaffen von Jamie Isaac hat.

„Das ist die Musik, die ich schon immer geliebt habe. Diese Verwundbarkeit fasziniert mich, ich kenne Leute um mich herum, die wirklich aggressive Musik machen und sie sagen mir, ich solle das ebenfalls machen. Aber ich mag, wenn es romantisch klingt, ich mag es, persönliche Kämpfe zu nehmen und sie zu personifizieren.” (Jamie Isaac)

Ein unfassbar schönes Album und eine ganz klare Empfehlung hier aus dem ZoomLab. Und wenn man schon dabei ist, sollte man die eben genannten Jungs King Krule und Rejjie Snow auch unbedingt mal mind. ein Ohr schenken. Vor allem King Krule kann einiges.

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(Fotocredits via Sureshot Promo)

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