Reingeschaut: Backrooms

Wenn der absolute Fiebertraum zur Geduldsprobe wird.

„Was zur Hölle soll das eigentlich?“ – Ein Gedanke, der sich, wie das surren der Neonbeleuchtung, bereits in den ersten Minuten in den Backrooms wie eine dauerschleifende Hintergrundmelodie ins Gedächtnis brennt. Blickt man hier gerade auf einen schleichenden psychischen Zusammenbruch, einen beklemmenden Albtraum oder schlichtweg auf ein gescheitertes Filmexperiment? Das Skurrile daran: Als Zuschauer schwankt man kontinuierlich zwischen ungläubigem Staunen, schleichender Langeweile und einer verqueren Restneugier.

Endlose Flure und verwaschenes Gelb

Das Phänomen der Backrooms – verlassene, endlose Räume mit schummrigem Neonisierungsluft-Summen und vergilbten Tapeten – hat im Internet längst Kultstatus. Der Film versucht, dieses Gefühl von Kontrollverlust und surrealer Isolation einzufangen, verfängt sich dabei aber zusehends in seiner eigenen Abstraktheit. Ist das, was wir auf der Leinwand sehen, eine unzusammenhängende Reihe von Rückblenden? Eine verschachtelte Traumebene? Der Film lässt uns im Dunkeln tappen – und zwar nicht auf die raffinierte, geheimnisvolle Art eines David Lynch, sondern eher wie ein Raum, aus dem schlicht der Orientierungssinn gestrichen wurde.

Erst nach knapp 45 Minuten nimmt das Geschehen spürbar an Fahrt auf und erzeugt endlich den erhofften Nervenkitzel. Doch so recht will der Funke nicht überspringen: Der Film bekommt die Kurve bis zum Schluss nicht und bleibt starr in seinem Konzept als abstrakter Fiebertraum gefangen.

Gedankenwelten oder medizinische Odyssee?

Wer nach logischen Erklärungen sucht, wird mit vielen offenen Fragen entlassen. Eine plausible Interpretation lässt sich dennoch spinnen: Womöglich sind die monotonen, gelben Räumlichkeiten nichts anderes als eine visuelle Metapher für das Innenleben der Hauptfigur Clark. Die unheimlichen Schemen und Gestalten, die ihn jagen? Projektionen, die sein Gehirn und seine Erinnerungen Stück für Stück auffressen.

Zurück bleiben am Ende lediglich kryptische Verweise auf einen Hersteller von MRT-Geräten, eine ominöse Dr. Mary Kline, ein riesiges Fragezeichen über dem Kopf des Publikums – und das ratlose Gefühl: Was sollte das jetzt eigentlich alles?

Backrooms Trailer:

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Fazit

Backrooms hat durchaus atmosphärische Ansätze, verlässt sich aber zu sehr auf sein monotones Verwirrspiel, anstatt eine greifbare Dramaturgie aufzubauen. Am Ende bleibt vor allem eine ernüchternde Erkenntnis: Selbst Filme, von denen man glaubte, sie markieren das untere Ende der Skala, können manchmal noch überboten werden.

Geschrieben von Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch und Vinyl-Junkie, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Instagram und LinkedIn unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen.