Reingeschaust: Horst Schlämmer sucht das Glück

Ein bisschen Schmutz auf der Brille, die Herrenhandtasche fest im Griff und auf der Suche nach dem ganz großen Glück: Hape Kerkelings Kultfigur Horst Schlämmer schickt uns auf eine Reise quer durch die Republik. Warum der Ausflug ins SM-Studio, zum Lach-Yoga und zur MPU zwar niemanden vom Hocker reißt, aber trotzdem für einen unterhaltsamen Feierabend sorgt, erfahrt ihr in dieser Review.

Ein grundsolider, wenn auch keineswegs weltbewegender Ausflug in den deutschen Klamauk: Der Film Horst Schlämmer sucht das Glück macht genau das, was er soll. Er unterhält über knapp anderthalb Stunden hinweg verlässlich, ohne dabei das Rad der Filmgeschichte neu zu erfinden. Ein Werk, das einen sicher nicht vom Hocker reißt, aber bei dem man mit einem Schmunzeln im Gesicht und einem kühlen Getränk in der Hand eine durchaus gute Zeit haben kann.

Hape Kerkeling schlüpft einmal mehr mit spürbarer Freude in die Rolle des schnaufenden, herrenhandtaschentragenden Lokaljournalisten. Die Prämisse ist gewohnt schräg, denn Schlämmer klappert auf seiner Reise durch verschiedene deutsche Städte das Land ab, um das große Glück und vielleicht auch die Liebe zu finden. Genau aus dieser episodischen Struktur zieht der Film auch seine stärksten Momente.

Besonders in den einzelnen Stationen entfaltet Kerkelings Improvisationstalent seine Stärken. Beim Lach-Yoga steht Schlämmers gequält-skeptischer Blick im krassen Gegensatz zur erzwungenen Heiterkeit der Runde, was für großartige Situationskomik sorgt. Wie er danach völlig unbedarft und mit schmierigem Charme in ein SM-Studio stolpert, liefert verlässliche Fremdscham-Lacher. Auch die Szenen bei der MPU sind ein echter Zwerchfell-Angriff, wenn Schlämmer die Prüfer beim Idiotentest mit seiner ganz eigenen Logik an den Rand der Verzweiflung bringt.

Ein roter Faden, der sich durch das Chaos zieht, ist seine unsterbliche Schwärmerei für seine absolute Lieblingsschauspielerin Gaby Wampel. Herrlich amüsant wird es, als er seinem Idol schließlich begegnet. Als er Gaby Wampel auf der Bühne sieht, folgt die tiefe Enttäuschung, denn die Realität passt so gar nicht zu seinem schwärmerischen Idealbild. Dass er sie schlichtweg kaum wieder erkennt, sorgt beim Zuschauer für einen witzigen Moment, der die schräge Absurdität seiner Schwärmerei noch einmal perfekt auf die Spitze treibt.

Fazit: Horst Schlämmer sucht das Glück ist kein cineastisches Meisterwerk und verliert im Mittelteil ab und zu etwas an Fahrt. Wer tiefgründige Satire erwartet, ist hier falsch. Wer aber Lust auf leichte Unterhaltung mit einer hohen Dichte an lustigen Sprüchen hat, bekommt einen kurzweiligen und amüsanten Film geboten, der prima für einen entspannten Feierabend taugt.

Horst Schlämmer sucht das Glück – Trailer

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Geschrieben von Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.