Gabs schon länger nicht mehr, die ShortCuts. Aber “Gabs schon länger nicht mehr” heißt ja nicht gibts nicht mehr. Also hier die 38. ShortCuts mit den Filmen Turbulence, der Neuauflage des Klassikers Momo und dem unfassbar drögen Return To Silent Hill.
Turbulence:
Turbulence aus dem Hause Leonine Productions ist ein Film, der solide Unterhaltung bietet, aber zu keinem Zeitpunkt aus der Masse heraussticht.
Die Geschichte ist insgesamt in Ordnung und bietet eine funktionierende Grundstruktur für einen Thriller. Allerdings plätschert die Handlung ohne große Überraschungen vor sich hin. Jede Wendung kündigt sich bereits lange im Voraus an, sodass die Handlung absolut vorhersehbar bleibt und kaum echte Spannung aufkommt. Wer auf innovative Plot-Twists hofft, wird hier enttäuscht.
Dazu trägt auch die schauspielerische Leistung bei, die sich durchgehend auf einem eher mittelmäßigen Niveau bewegt. Die Darsteller liefern ihre Zeilen routiniert ab, lassen aber die nötige Tiefe vermissen, um das Publikum emotional wirklich mitzureißen. Es fehlt den Charakteren an Ecken und Kanten, was sie flach wirken lässt.
Am Ende ist Turbulence kein schlechter Film, aber eben auch kein Meisterwerk, das im Gedächtnis bleibt. Für einen verregneten Sonntagnachmittag auf der Couch, bei dem man nicht viel nachdenken möchte, ist die Produktion absolut ok.
Momo:
Mit der Neuverfilmung von Momo wagt sich eine Produktion an einen absoluten Klassiker, und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Die Neuinterpretation ist tatsächlich gelungen und bringt die zeitlose Geschichte erstaunlich frisch auf die Leinwand.
Die Handlung bleibt dem Kern der Vorlage treu, schafft es aber durch moderne Akzente und ein kluges Pacing, eine ganz eigene Dynamik zu entwickeln. Obwohl man die Geschichte natürlich im Grunde kennt, wirkt sie hier keineswegs verstaubt, sondern fesselt durch eine gelungene visuelle Umsetzung und eine dichte Atmosphäre.
Die schauspielerische Leistung ist ebenfalls überzeugend. Die Besetzung schafft es, den bekannten Charakteren neues Leben einzuhauchen und die emotionale Tiefe der Vorlage spürbar zu machen. Besonders die Rolle der Momo ist stark besetzt, was dem gesamten Film eine wunderbare Erdung verleiht.
Insgesamt ist diese Version von Momo ein wirklich schöner Film geworden, der die Balance zwischen Nostalgie und moderner Erzählweise meistert. Für eine entspannte Auszeit und einen unterhaltsamen Filmabend ist das eine absolut empfehlenswerte Sichtung, die einfach Spaß macht.
Return To Silent Hill
Mit Return To Silent Hill steht die nächste Adaption der bekannten Horror-Saga in den Startlöchern, doch das Ergebnis lässt mich ratlos zurück. Die Handlung schafft es überhaupt nicht, mich abzuholen oder emotional zu erreichen.
Die Erzählweise ist derart kryptisch und zerfahren, dass man wohl zwingend ein eingefleischter Fan des Videospiels sein muss, um diesen Film und seine Mythologie auch nur annähernd zu verstehen. Ohne tiefes Vorwissen bleibt das Geschehen auf der Leinwand für mich ein verwirrendes Konstrukt aus vagen Andeutungen, das keinerlei echten roten Faden erkennen lässt.
Diese Ziellosigkeit spiegelt sich leider auch in der Atmosphäre wider, die statt wohligem Grusel vor allem eine tiefgreifende Trägheit transportiert. Das Ganze zieht sich so zäh dahin und baut so wenig greifbare Spannung auf, dass das Seherlebnis für mich schnell in pure Monotonie umschlug.
Am Ende hat mich das Ganze so gelangweilt, dass ich den Film nach der Hälfte vorzeitig ausgemacht habe. Für einen packenden Filmabend eignet sich diese Produktion meiner Meinung nach leider nicht, da sie abseits der Gaming-Nische kaum jemanden abholen dürfte.

