Die lange Nacht des Schreibens 2024 im KalkSpace

Das kreative Potential der Kalligrafie ist die Handschrift.
16. Juni 2024
4 Min. Lesezeit
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Nachdem ich bei der letzten langen Nacht des Schreibens 2023 keine Zeit gefunden habe, war ich 2024 natürlich gerne wieder dabei und es war mein erstes Barcamp, das ich so miterleben durfte. Nach einer entspannten Fahrradfahrt vom Hotel zum KalkSpace, dem Veranstaltungsort, ging es nach einem entspannten „Hallo“ mit alten und neuen Bekannten zur Themenauswahl.

Aus den 11 Vorschlägen der Teilnehmer/innen sollten es am Ende 5 Themen werden, die an diesem Samstagnachmittag besprochen werden sollten. Die Vorschläge waren Map & Notes – ein neues Notizsystem, Handschrift verbessern, Brushpens, Layout / Kalligrafie, Zentangle, Füller reinigen, Buch binden, Fantasy-Karten, Papiere und Federn schleifen. Eine schöne Auswahl, jetzt muss sich nur jede/r entscheiden, für welche Themen er seine insgesamt 3 Stimmen abgibt.

Die Teilnehmer vor Ort und im Zoom-Meeting-Raum entschieden sich nach einer Stichwahl zw. Federn schleifen und Buch binden für folgende Themen:

  • Map & Notes – ein neues Notizsystem
  • Handschrift verbessern
  • Layout / Kalligrafie
  • Zentangle
  • Buch binden

Mind & Notes

Rainer von Pinorama beschäftigt sich schon äußerst lange mit Notizen und damit, wie man sich die eigenen Notizen besser merken kann. Herausgekommen sind seine Bücher anders.als.andere, die eine neue, andere Art der Notizen zeigt. Ein spannendes Thema, es ist ein durchdachtes System, das man sich – sofern man Skizzen und Notizen gern verbindet – auf jeden Fall mal anschauen sollte. Ebenso können alle bekannten Notiztechniken wie Mindmaps, Bullet-Journals, Sketchnotes etc. mit dem map&notes System abgebildet werde.

Mir persönlich war das Thema etwas zu starr, ich skizziere zwar auch, schreibe dazu, aber nicht unbedingt nach bestimmten vorgaben – aber hier tickt jeder anders und vielleicht ist ja der ein oder andere unter Euch, der sich mit diesem Schema anfreunden kann.

www.pinorama.de

Schönschrift / Kalligrafie

Petra erzählte etwas zum Thema Kalligrafie, Schönschrift und wie man dies mit einfachen Schritten in die eigene Handschrift einbauen kann. Das ganze geht von Druck- und Schreibschrift, die gern schmaler, breiter, ausschließlich in Großbuchstaben, schräg nach links oder rechts kippend sein kann.

Das kreative Potential der Kalligrafie ist die Handschrift.

Prof. Gottfried Pott

Am Ende ist aber jede Handschrift ein Kunstwerk, weil sie individuell ist. Egal ob „Sauklaue“ oder „Bildhübsch verschnörkelt“ – Handschrift ist persönlich!

Layout / Kaligrafie

“Die Platzierung von Handschrift spielt eine große Rolle für ihre Wirkung”, sagt Petra und damit hat sie vollkommen recht und zeigte uns, wie man bestimmte Dinge hervorhebt oder einfach schöner gestaltet. Es geht z.B. auch darum, welches Thema man auf der Karte oder dem Bild behandeln möchte.

Platzierung, Tiefe, goldener Schnitt, Kontrast und Dominanz. Alles Dinge, auf die man achten sollte. Ein spannender Vortrag!

Website

Zentagles

Hier muss gar nicht viel geredet werden. Zentangles sind kleine Kunstwerke, im Grunde genommen zen-buddhistische Muster, die man überall zeichnen und zur Ruhe kommen kann. Man zeichnet sich ein Quadrat und ab da ist alles offen. Es muss nicht perfekt sein, es geht um Striche ziehen. Gewellt, gerade, dicht beieinander, weiter entfernt, Halbkreise… Es gibt so viele Möglichkeiten.

Das Zentangles für Ruhe im Körper und im Raum sorgen, haben wir am eigenen Leib erfahren können. Bei der praktischen Übung waren alle wirklich Still und wer etwas sagen oder fragen wollte, flüsterte ganz leise. Eine tolle Praktik, die viele Menschen bereits unbewusst seit Jahren betreiben, Stichwort Telefonkritzeleien wie z.B. Karo-Kästchen ausmalen, Striche ziehen, Bilder schaffen… Ich liebe es!

Buchbinden

Es geht weiter mit praktischen Übungen. Wir binden ein Buch. Bestehend aus zwei Papp-Buchdeckeln und dem wundervollen Cappuchcino & Grey Papier von Hahnemühle, welches sich unter anderem auch super mit Füllern beschreiben lässt.

Wir verwenden eine Krummnadel, weil diese das Führen des Fadens unterstützt und gerade für Anfänger besser zu händeln ist. Im Vorfeld muss man Löcher in die Buchdeckel stechen, dies geht super mit ganz normalen Pinnwand-Nadeln. Zwei gefaltete Papiere im inneren sind eine sogenannte Sektion, die man beliebig erhöhen kann. Wir machen zum Anfang aber nicht so viele, schließlich haben wir auch „nur“ 30 Minuten.

Mit Hilfe eines festen Musters befestigt man jetzt den Buchdeckel mit den Sektionen, um anschließend eine weitere Sektion daran zu befestigen. Dies macht man dann solange, bis man abschließend den Buchrücken befestigt. Und ich sage Euch – das ist gar nicht so einfach. Aber, mit etwas Geduld und vor allem Übung schafft man das und hat anschließend sein eigenes, selbst gemachtes Notizheft in der Hand.

Auch hier verging die Zeit extrem schnell und nicht alle wurden fertig, aber sowas kann man gut pausieren und später weiter bearbeiten.

Am Ende waren die Köpfe voll, es gab viel Input und Inspiration in Sachen Text, Kalligrafie, schreiben, Layout und es war einfach verdammt schön, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die ein ähnliches Faible für diese Themengebiete haben.

Fünf Themengebiete mit je 30-Minütigen Vorträgen vergehen, je nach Interessenbereich, wie im Flug (z.B. die 30 Minuten zum Thema Layout). Zwischen den sehr informativen und inspirierenden Vorträgen gab es jeweils 30 Minuten Pause, in denen ein reger Austausch zwischen den Teilnehmer/innen stattfand und genau das ist es, was diese Veranstaltung so spannend und schön macht.

Zudem konnte man sich die erstklassigen und wundschönen Schreibwerkzeuge von Waldmann ansehen, die an diesem Samstag auch vor Ort waren und ja, ich habe meinen kleinen Favoriten in dieser Reihe gefunden und ich gestehe, ich bin ein klein bisschen verliebt, die Voyager Serie ist aber auch extrem schick!

Der Austausch ging dann nach dem Event im Kalk-Space im Brauhaus um die Ecke weiter. Es war wieder mal eine gelungene Veranstaltung von Jörg / MiaSkribo. Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen, entweder zur nächsten langen Nacht des Schreibens persönlich vorbei zu schauen, oder sich eben digital per Zoom rein zu klicken. An dieser Stelle sei wieder mal der Schönschreib-Club zu erwähnen, der immer wieder monatlich angeboten wird.

Mein großer Dank geht an Jörg für seinen Einsatz und für die Einladung nach Köln. Es war mein erstes Bar-Camp und es hat mir wirklich gut gefallen – sowas macht man gerne noch mal und ja, ich komme gern wieder. Nette Menschen, tolle Themen, viele schöne Gespräche, ein sehr angenehmer Tag im Kalk-Space, der leider viel zu schnell vorüber ging.

Menschen, die Vor Ort waren:

Leoni von Goldener Strich / Chris von Writing Delight / Sebastian von Federstiel und Tintenklecks / Phillip Landsiedel von Landsiedel Fine Writing / Rainer von Pinorama / Petra S. aus K. / Waldmann / Papier von Hahnemühle und natürlich Jörg von MiaSkribo!

Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.

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