Fantastic Four: First Steps ist nicht nur irgendein weiterer Superheldenfilm, er ist eine wohltuende, stilvolle Zeitreise, die den Charme der klassischen Comics einfängt und ihn mit beeindruckender moderner Kinotechnik verbindet. Trotz mancher narrativer Entscheidungen, die dem Tempo nicht immer zuträglich sind, ist der Film ein großer Gewinn für das Marvel Cinematic Universe.
Die Ästthetik ist langsam, aber stylisch. Die etappenweise langatmige Handlung – insbesondere in der ersten Hälfte, wo viel Zeit für die Einführung der Familien- und Beziehungsdynamik investiert wird – mag manchem Action-Junkie etwas Geduld abverlangen, auch bei mir war dies so. Doch genau dieses bewusste, fast schon altmodische Pacing ist eine der Stärken des Films. Es erlaubt uns, die Charaktere Reed, Sue, Johnny und Ben wirklich kennenzulernen und ihre Sorgen und Freuden als unkonventionelle Familie zu teilen. Gebt dem Film die Zeit, die er braucht, es lohnt sich.
Visuell ist der Film eine Sensation. Das Comicartige New York der 60er Jahre ist ein triumphaler Schachzug. Die retro-futuristische Ästhetik, inspiriert vom Space Age, mit knalligen Farben und klaren Linien, ist mehr als nur Kulisse – sie ist ein fünfter Charakter. Sie verleiht dem Film eine einzigartige, unschuldige und optimistische Atmosphäre, die sich erfrischend von der oft düsteren oder überfüllten Optik anderer Genre-Beiträge abhebt.
Ein nostalgischer Traum in einer fantastischen Kulisse!
Die visuellen Effekte verdienen ein besonderes Lob. Das CGI ist durch die Bank weg herausragend, ich finde, es ist eine visuelle Meisterleistung, vor allem wenn es um die Darstellung der Superhelden geht. Reeds elastische Verformungen sind flüssig und glaubwürdig, die Flammen der Human Torch sehen spektakulär aus, und vor allem Das Ding ist eine beeindruckende Balance aus Masse und menschlicher Mimik.
Ein echtes Highlight ist die Darstellung des Babys von Reed und Sue, das, eingebettet in die Familiengeschichte, unerwartet rührend und optisch perfekt umgesetzt wurde. Das Herzstück der visuellen Bedrohung, Galactus und der Silver Surferin, liefern das nötige kosmische Spektakel. Galactus’ gigantische Präsenz als Weltenverschlinger ist überwältigend und die fließende, majestätische Erscheinung des Silver Surfers (oder der Silver Surferin, in dieser Inkarnation) zeigt, wie gut das Design der klassischen Figuren in die moderne Filmlandschaft übersetzt werden kann. Die Bedrohung fühlt sich gigantisch an und die visuellen Schauwerte sind jeden Kinobesuch wert.
Fazit: Fantastic Four: First Steps ist ein charmanter, menschlicher und visuell atemberaubender Film. Er ist eine liebevolle Hommage an die goldenen Comic-Zeiten und beweist, dass Superheldenabenteuer auch ohne zynischen Unterton und mit einem Fokus auf Familie und Haltung funktionieren.
Eine absolute Empfehlung von mir.

