Es geht um die Macht der Musik zur Zeit Mozarts in Wien. Die Regisseurin Barbara Albert beschreibt in dem Hinstoriendrama aufwendig und mit großem Einfühlungsvermögen die Suche nach der eigenen Identität zwischen Lichtblicken und Schattenseiten. zwischen Schein und Sein, zwischen Sehen und Gesehen werden. Diese Geschichte basiert auf dem Spiegel-Bestseller „Am Anfang war die Nacht Musik“ (von Alissa Walser), der Kritiker und Leser gleichermaßen begeisterte.

Maria Dragus (Tiger Girl, Baccalaureat) spielt die Rolle der blinden und hochbegabten Pianistin Resi erstklassig und auch Devid Striesow (Ich bin dann mal weg, Zeit der Kannibalen) spielt den umstrittenen Wunderheiler Franz Anton Mesmer fantastisch. Kathrin Resetarits erzählt als Drehbuchautorin und Schauspielerin die Geschichte frei nach dem eben genannten Bestseller. Sie taucht dank eigener Recherchen noch tiefer in die Welt des Rokoko ein und zeigt die Begegnung der blinden Musikerin (1759-1824) und dem Arzt Franz Anton Mesmer (1734-1815).

Worum geht es?

Wien 1777. Die früh erblindete 18jährige Maria Theresia „Resi“ Paradis ist als Klavier-Wunderkind in der Wiener Gesellschaft bekannt. Nach zahllosen medizinischen Fehlbehandlungen wird sie von ihren ehrgeizigen Eltern dem wegen seiner neuartigen Methoden umstrittenen Arzt Franz Anton Mesmer anvertraut. Langsam beginnt Resi in dem offenen Haus der Mesmers, zwischen Rokoko und Aufklärung, im Kreise wundersamer Patienten und dem Stubenmädchen Agnes, das erste Mal in ihrem Leben Freiheit zu spüren. Als Resi in Folge der Behandlung erste Bilder wahrzunehmen beginnt, bemerkt sie mit Schrecken, dass ihre musikalische Virtuosität verloren geht…

Mit erstklassigen Kostümen, perfekten Perücken und viel Schminke, mit toller Bildsprache und reduzierten Dialogen zieht dieser Film einen schon in seinen Bann, wobei die Faszination der Regisseurin da liegt, was nicht sichtbar ist: Die Musik und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese wahre Begebenheit wird hier wunderbar wiedergegeben.

Hier werden von Barbara Albert (Regie) nicht nur biografische Eckdaten abgearbeitet, man bekommt als Zuschauer ein satirisches Gesellschaftsportrait, es geht um Emanzipation, um das Sehen und Hören. Man bekommt kein Illusionskino, sondern ein überzeugendes Porträt einer starken Künstlerin. Sehenswert! 

Trailer:

BlueRay-Fakten:

  • Darsteller: Maria Dragus;Devid Striesow
  • Regisseur(e): Barbara Albert
  • Format: Dolby, Letterboxed, Widescreen
  • Untertitel: Englisch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 2.39:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: farbfilm home entertainment / Lighthouse Home Entertainment
  • Erscheinungstermin: 24. August 2018
  • Produktionsjahr: 2017
  • Spieldauer: 97 Minuten

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Fotos © Christian Schulz / Geyrhalterfilm