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Reingelesen: Eminem von Antonia Baum

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Eminem von Antonia Baum

Seit ich Hi, My Name Is damals das erste mal auf MTV gesehen und gehört habe, bin ich Fan. Eminem hat mich einfach gepackt. Seine Art zu rappen, seine Aggressivität, er lieferte zum Großteil genau das, was ich damals hören wollte. Das nicht jeder die Inhalte seiner Texte mochte, ist klar und wie man sich als Frau permanent beleidigen lassen und dennoch Rap und vor allem Eminem lieben kann, hat Antonia Baum in einem Buch verfasst.

Vorneweg: Dieses Buch ist kein Fan-Buch über Marshall Mathers. Antonia Baum ist Schriftstellerin und Eminem gehörte einst zu ihren literarischen Vorbildern. Auf über 120 Seiten geht sie Kritisch mit dem Rapper um und ich fand dies Buch als Rap- und Eminem-Fan großartig!

Eminem ist nun mal ein Künstler, der neben seiner großen Popularität auch dunkle Seiten hat. Seine Texte sind häufig homophob, sexistisch, gewalttätig und misogyn, dennoch hat er sehr viele weibliche Fans. So wie auch Antonia Baum.

Bewusst wahrgenommen habe ich Eminem etwa 1999, als „My Name Is“ bei Viva und MTV hoch und runter lief. Irgendetwas hat mich an dem sofort interessiert. Vielleicht diese anarchistische Energie.

Antonia Baum

Der Rapper aus Detroit hatte immer großen Einfluss auf ihr eigenes Schreiben, Antonia Baum ist Rhythmus beim Schreiben wichtig und es ist gut möglich, dass sich die Rap-Musik darauf positiv ausgewirkt hat.

Eminem von Antonia Baum

Was bei Eminem wichtig war für mein Schreiben, war seine ‚Fuck You‘-Attitude. Sein ‚es ist mir wirklich egal, was du, du und auch übrigens du denkst‘. Da habe ich gedacht: ‚Okay, wenn der das kann, dann kann ich das auch‘.

Antonia Baum

Antonia beschäftigt sich mit dieser Leiche im Keller – wie sie Em nennt – um den eigenen Ich-Problemen auf die Spur zu kommen. Gleichzeitig verbindet sie eine Diskussion in den Feuilletons, die sie damals selber mit angestoßen hat (Was höre ich da eigentlich? Essay in der Zeit).

Das kleine Büchlein macht definitiv Spaß, sie nutzt als schreibende Frau den männlichen Sound für sich und vielleicht ist das auch feministisch.

Ninety-nine percent of my life I was lied to/
I just found out my mom does more dope than I do (Damn!)/
I told her I’d grow up to be a famous rapper/
Make a record about doin‘ drugs and name it after her (Oh thank you!)

Eminem – My Name Is

Eminem und Antonia haben aus ihren „Ichs“ alles rausgeholt, so schreibt es Antonia Baum, Eminem sagt nicht, dass er irritiert ist, aber er schreibt und schreit. Sie selber sagt, dass sie irritiert ist und schreibt dabei über Eminem, während sie nach einer Schreibhaltung sucht. Der Eminem, den wir heute kennen, kann ihr dabei nicht mehr helfen, der frühe Eminem hat ihr dabei aber enorm geholfen und tut dies wohl noch immer.

Gelungen. Absolut gelungen!

Das Buch ist Teil der Musikbibliothek, in der prominente Autorinnen und Autoren über ihre Lieblingsbands und Lieblingsmusiker schreiben.

Antonia Baum / Eminem

Verlag: KiWi-Taschenbuch
Lieferstatus: Verfügbar
128 Seiten
ISBN: 978-3-462-05439-2
Autorin: Antonia Baum

Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.

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