Reingelesen: Wacken, das perfekte Paralleluniversum

Was die Gesellschaft von Metalheads lernen kann.
17. März 2023
2 Min. Lesezeit
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Wacken - das Buch

Eins steht fest, ein Buch über das Musik-Festival Wacken kann nur dick sein. Und dies Buch über das perfekte Parallel-Universum Wacken ist dick, richtig dick. Wacken ist das weltgrößte Metal-Festival, das seit über 3 Jahrzehnten mittlerweile mehr als 80.000 Zuschauer aus der ganzen Welt anzieht.

War Metal in den 70er und 80er Jahren noch das unbekannte Böse, ist es mittlerweile im Mainstream angekommen, wohl auch, weil die Gesellschaft toleranter geworden ist. Natürlich gibt es bei so manchen Menschen noch Vorurteile, aber die gibt es im Hip Hop genauso wie in vielen anderen Musikstilen. Sowas kommt halt immer dann vor, wenn Menschen sich nicht mit dem Thema beschäftigt, aber meinen, ganz viel darüber zu wissen, weil sie irgendwann mal was darüber gelesen oder gehört haben. Ihr wisst schon, Metaller sind alle von Grund auf böse, feiern schwarze Messen auf Friedhöfen, beten den Teufel an, grölen unverständliches Zeug, sind generell schmutzig und ständig betrunken.

Schmutzig, ja, je nach Wetterlage trifft das auf Wacken bestimmt zu, Betrunkene gibts auf dem Festival auch, die gibts aber nunmal in jeder (Musik)Kultur. Ansonsten kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es gerade auf Metal-Konzerten (oder Partys) unheimlich harmonisch und freundlich, nahezu familiär abläuft. Neid? Gibts nicht. Vielleicht mal auf dieses oder jenes Tour-Shirt, weil man es selbst nicht zu dem einen oder anderen Konzert geschafft hat – man freut sich dann aber, dass der Mensch es dahin geschafft hat.

Auch wenn es für Außenstehende nicht so aussieht, Metal-Fans sind maximal böse dreinschauende, aber sehr liebe Menschen.

Klappentext Wacken:

Dr. Lydia Polwin-Plass promovierte in Publizistik an der Wiener Universität und arbeitet aktuell in Frankfurt am Main als freie Journalistin, Texterin, Autorin und Lektorin für verschiedene Medien, Agenturen und Unternehmen. Neben den journalistischen Tätigkeiten ist sie Verfasserin zahlreicher Gesundheitsbroschüren, Mitwirkende an mehreren Nachhaltigkeitsberichten sowie Gründerin, Managerin und Redakteurin des Musikmagazins Metalogy.de.

Dr. Michael Gläser ist Biologe und promovierte im Fachgebiet der molekulargenetischen Krebsforschung am Universitätsklinikum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Düsseldorf. Seit 2001 ist er in der Pharmaindustrie als Führungskraft im Bereich Forschung & Entwicklung tätig. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Frankfurt am Main. Seit 2016 ist er als Autor für den Musik-Blog Metalogy.de aktiv und veröffentlicht dort regelmäßig Reviews, Konzertberichte und Interviews. Auf dem Wacken Open Air ist er seit 1998 Dauergast und erlebte 2018 sein 20. W:O:A.

Wacken – Blick ins Buch:

Dieses Buch ist unfassbar interessant, informativ und toll aufgebaut. Man kann es von Anfang bis Ende einfach durchlesen, oder sich bestimmte Kapitel herauspicken und zum Beispiel etwas über „Das Festival als soziales Labor“ lesen. Zwischendurch gibt es zur Auflockerung immer wieder Bilder und Hintergrundinfos, was dieses Buch aber wirklich ausmacht, ist die sehr angenehme Schreibweise.

Beiden Autor/innen gelingt es, unfassbar viele Gründe und Fakten in diesem Buch niederzuschreiben, die für die Beliebtheit von Wacken stehen. Das man sich beim lesen gut aufgehoben fühlt, liegt vielleicht auch daran, dass viele Metallfans selbst immer wieder zu Wort kommen und etwas zum Buch beitragen.

Es gibt sehr viele äußerst sympathische Anekdoten und tolle Interviews – kurz gesagt, dieses Buch ist so gut, wie es dick ist.

Wacken, das perfekte Paralleluniversum
Was die Gesellschaft von den Metalheads lernen kann
Von Dr. Lydia Polwin-Plass und Dr. Michael Gläser

Sachbuch | Hardcover mit Lesebändchen und zahlreichen Illustrationen
ca. 456 Seiten
ISBN 978-3-949452-72-7

Hirnkost-Verlag

Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.

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