Reingehört: Parra for Cuva – Belle de Nuit

Ich wollte wissen, wie der Song in einer Notierung aussieht, weil ich immer vergessen habe, wie er geht...
8. Februar 2023
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Parra for Cuva ist eigentlich als Produzent im elektronischen Segment unterwegs, jetzt hat er mal eine Ausfahrt genommen und eine Piano-EP aufgenommen, die wirklich angenehm ruhig, stimmig und entspannend ist. Dabei begleitet ihn das Klavier schon sehr, sehr lange. Seit er 12 Jahre ist, spielt er das Instrument und dank eines Lehrers in den frühen Anfangstagen wurde seine Freude an der Improvisation und der Jazz-Musik gegeben.

Das Klavier wurde also zum Begleiter und zu einem unersetzlichen Werkzeug für seine Arbeit als Komponist. Es wurde zum Schlüssel für Parra for Cuvas musikalischen Output. Und auch wenn es in seinem Elektronischen Setup meist im Hintergrund stand, hat er viele seiner Tracks erst am Klavier entworfen.

Mit seiner ersten Solo-Klavier-EP kehrt der Künstler also zu seinen Wurzeln zurück und stellt das Instrument in den Vordergrund. Die EP wurde an einem alten Seiler-Klavier in seinem eigenen Homestudio aufgenommen und das hört man auch.

Zum Beispiel Track 1 der EP – entstanden in einer kalten Winternacht nach einem Gläschen Wein zu viel. Parra for Cuva fängt nach einem gemeinsamen Abendessen mit seiner Freundin an zu spielen und zum Glück drückte Paula auf die Aufnahmetaste am Smartphone, so dass dieses Stück am nächsten Tag weiterentwickelt werden konnte. Es ist einfach sehr behaglich und intim.

Ähnlich ist es bei Track 2, die gedämpften Tasten und die sanfte Geschwindigkeit ruft dieser Track das Gefühl von kreativer Bummelei an einem Wochenend-Morgen hervor. Der ein oder andere unter Euch kennt dieses Gefühl bestimmt.

So ein Klavierstück kann, wie viele andere Musikstücke auch, ein Gefühl transportieren und sehr detaillierte Handlungen erzählen. Dies merkt man beim Track Life Latly wunderbar. Es ist eine musikalische Sage, die wächst, beschleunigt und sich dann zurückzieht, ein bisschen taumelt und dann wieder auf Ihren Füßen steht. Die warme Melodie führt durch Höhen und Tiefen.

Das letzte Stück auf der EP ist wohl das älteste, Arriving brauchte 10 Jahre, um zu reifen.

„Es ist das älteste Stück, das ich je geschrieben habe und es ist vermutlich der Grund, warum ich angefangen habe, Musik zu produzieren. Ich wollte wissen, wie der Song in einer Notierung aussieht, weil ich immer vergessen habe, wie er geht.“

Parra for Cuva

Während er also in seinen Erinnerungen wühlte, um diese alten Motive zum Leben zu erwecken, entdeckte er zudem ein altes Geschenk seiner Mutter: eine Audio-Workstation, die es ihm erlaubt, seine ersten Ideen in Noten zu übertragen. Dies Programm führte dazu, dass er damals seine Karriere startete. Genau deshalb war es ihm wichtig, das die EP von einem Buch begleitet wird, das neben einem Vorwort auch die Notenblätter für die vier Tracks enthält. Es ist, laut dem Künstler, das Herz seiner EP.

Wie schon erwähnt, diese EP ist wundervoll, man merktm und hört, dass sich Parra for Cuva in diesem Refugium absolut wohl fühlt. Belle de Nuit – einfach mal berühren lassen:

Parra for Cuva – Belle de Nuit

Justė Survilaitė II Le Tigre Noir
juste@letigrenoir.com
Parra for Cuva – Belle de Nuit
VÖ: 17.03.2023
Formate: CD & Notenbuch

Tracklist:

Belle de Nuit
Belle de Jour
Life Latly
Arriving

Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.

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