Reingeschaut – Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie

Pessach, auch Passa, Passah oder Pascha genannt, gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten, also die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, von der das 2. Buch Mose im Tanach erzählt.
2. Februar 2023
2 Min. Lesezeit
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Nicht ganz koscher

Ein nicht ganz einfaches Thema, das der Film Nicht ganz koscher anspricht, denn zwischen Juden und Arabern kriselt es schon seit Menschengedenken. Gerade zu Ramadan und Pessach ist die Gewalt rund um den Tempelberg blutige Realität. Natürlich gibt es Ausnahmen, keine Frage, genauso eine Ausnahme zeigt dieser Film, in dem ein orthodoxer Jude und ein Beduine gemeinsam in der Wüste unterwegs sind!

Worum geht es in Nicht ganz koscher?

Drei Religionen. Zwei Männer. Ein Kamel. In die Wüste geschickt hat sich Ben (Luzer Twersky) glatt selbst. Um den Verkuppelungsversuchen seiner Familie zu entgehen, bietet sich der ultraorthodoxe Jude aus Brooklyn kurzerhand an, nach Alexandria zu fliegen, um die einst größte jüdische Gemeinde der Welt zu retten. Die braucht nämlich dringend den zehnten Mann, um das anstehende Pessachfest zu feiern. Zu dumm nur, dass Ben seinen Flug verpasst und sich allzu leichtsinnig für den Landweg entscheidet. Als er mitten in der Wüste Sinai aus dem Bus fliegt, ist Adel (Haitham Omari), ein mürrischer Beduine auf der Suche nach seinem entlaufenen Kamel, seine letzte Hoffnung. Vorwärts geht es für beide Männer nur gemeinsam, aber wie vereint man 613 jüdische Glaubensregeln mit den archaischen Gesetzen der Wüste? Als auch noch das Auto den Geist aufgibt, geht es bald nicht mehr nur ums gemeinsame Essen, sondern ums nackte Überleben …

Beide merken, dass sie zwar gänzlich verschiedene Ansichten in sehr vielen Dingen haben, aber am Ende doch nur eins in dieser großen Welt sind: Menschen.

Pessach, auch Passa, Passah oder Pascha genannt, gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten, also die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, von der das 2. Buch Mose im Tanach erzählt.

Wikipedia

Spannend ist, dass die Idee zu diesem Film bereits im Jahr 2010 entstand. Stefan Sarazin hat vor mehr als 20 Jahren ein Boot entdeckt. Mitten in der Wüste Sinai stand dies auf dem Trockenen. Die Aufschrift “No Name Restaurant” blieb ihm im Kopf, genauso wie die Frage: Wie ist dies Boot dorthin gekommen und welche Geschichte steckt dahinter? Gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Keller entwickelte sich die Idee zum Film “Nicht ganz koscher – Eine Göttliche Komödie”.

Wobei man sagen muss, eine Komödie ist es nicht wirklich, auch wenn es so auf dem Cover steht und man das ein oder andere Mal herzhaft lachen kann. Aufgrund der definitiv ernsten Thematik würde ich diesen Film in die Ecke lustiges Drama packen, auch wenn dies ein Widerspruch in Sich ist. Ein relevantes Thema wird hier auf eine leichte und angenehme Art erzählt.

Die Dreharbeiten zum Film fanden in Jordanien, Palästina und in Israel statt. Die wunderbaren Aufnahmen in der Wüste wurden im jordanischen Wadi Rum gedreht, da die rötlichen Gesteinsvormatioen wunderschöne Landschaftsaufnahmen ermöglichen und der Ort zudem aus der filmhistorischen Sicht von hoher Bedeutung ist. „Lawrence von Arabien“ wurde hier ebenso gedreht, wie „Der Marsianer“. Zeitgleich zu Nicht ganz koscher wurde auch der Scifi-Film „Dune“ hier gedreht.

Ähnlich bunt gemischt, wie der Film selber war auch das gesamte Filmteam, die für zwei Wochen im Beduinengebiet in Beduinenzelten lebten, natürlich ohne Klimaanlage oder einzelnen Duschen. Auch logistisch war das ganze Projekt eine Herausforderung. Kein Handyempfang, keine Straßen, das ganze Equipment musste mit Beduinenjeeps herangeschafft werden und als ob das noch nicht reicht, gab es auch kulturelle Differenzen. Das Team bestand aus jüdischen, arabischen und christlichen Schauspielern sowie Mitarbeitenden.

Tatsächlich haben wir es uns vorher einfacher vorgestellt, mit unserem Projekt Völkerverständigung zu stiften. Am Ende hat sich alles positiv aufgelöst, aber es gab durchaus kulturelle Hürden, die man überwinden musste“

Fritjof Hohagen

Nicht ganz koscher ist ein toller Film, er liefert tolle Bilder und regt zum Nachdenken an. Hoffen wir einfach mal, dass alle Kulturen irgendwann in Frieden nebeneinander leben können, ohne Hass und Missgunst.

Eine klare Empfehlung von mir!

Nicht ganz koscher – Trailer

DVD-Fakten:

Seitenverhältnis:‎ 2.39:1
Alterseinstufung:‎ Freigegeben ab 6 Jahren
Regisseur: ‎Stefan Sarazin und Peter Keller 
Medienformat: ‎Breitbild
Laufzeit: ‎1 Stunde und 56 Minuten
Erscheinungstermin:‎ 20. Januar 2023
Darsteller: Haitham Omari, Makram Khoury, Luzer Twersky
Sprache: ‎Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Studio:‎ Alpenrepublik

Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.

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