12. August 2020
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Reingeschaut: Der Solist

Sidenote:

Eine wahre Geschichte über echte Freundschaft

Vor einer geraumen Zeit habe ich tatsächlich klassische Musik für mich entdeckt. Zum abschalten, gerne auch beim arbeiten, es gibt hier einfach richtig gute Sachen. Zum Beispiel der Cellist Sheku Kanneh-Mason macht großartigen Sound. Warum ich das hier erzähle? Na weil es perfekt zum Film „Der Solist“ passt. 


„Eine wahre Geschichte über echte Freundschaft, einen verlorenen Traum und die unbändige Kraft der Musik“. 

Worum geht es?

Der Kolumnist Steve Lopez (Robert Downey Jr.) ist immer auf der Suche nach einer interessanten Story. In Nathaniel Ayers (Jamie Foxx) findet er sie. Das auf den Straßen von Los Angeles lebende musikalische Genie leidet an Schizophrenie, die seiner möglichen Karriere als Cellist ein frühes Ende setzte. Behutsam versucht Lopez den sanften, verwirrten Mann über die Musik wieder in sein altes Leben zurückzuführen. Ayers ist dankbar, nimmt schrittweise die Hilfe an, reagiert aber aggressiv, als Lopez seine eigenen Wünsche für Ayers Leben über die seines neuen Freundes stellt.

Diese wahre Geschichte wird sehr eindrucksvoll von Robert Downey Jr. und ganz besonders von Jamie Foxx, der den schizophrenen Nathaniel Ayers spielt, wiedergegeben. Im Jahr 2005 lernten sich der Journalist Steve Lopez und der Musiker Nathaniel Anthony Ayers Jr. im echten Leben in LA kennen und aus den Kolumnen wurde eine Freundschaft. Doch die Geschichte der beiden war einfach zu groß für einzelne Artikel, deshalb schrieb Lopez das Buch „The Solist: A Lost Dream, an Unlikely Frindship“, welches wiederum die Vorlage für Joe Wrights Adaption Der Solist war. 

„Tagein, tagaus, er hat immer nur eins gemacht – Musik!“

Ein wirklich schöner und bewegender Film, der eine gekonnte Brücke zwischen bewegendem Drama und gut klingendem Musical schlägt. Man merkt, das hier viel Zeit und vor allem Herzblut in die Produktion gesteckt wurde. Die beiden Hauptdarsteller Robert Downey Jr. und Jamie Foxx lernten durch die Verfilmung eine ganz andere Seite von Los Angeles kennen, quasi die Schattenseite des amerikanischen Traums, diese Schattenseite liegt vor allem in der Skid Row, einer Gegend, wo sich auch der echte Nathaniel Ayers im Jahre 2000 aufhielt.

der Solist

Damals gab es hier über 5.000 Obdachlose. Über 60 Prozent davon sind Afroamerikaner, 24 % sind hinpanisch, oder haben eine Latino-Herkunft, gut über 15 Prozent sind kaukasischer Abstammung. Über 30 Prozent haben eine Geisteskrankheit, 35 Prozent sind körperlich behindert und über 40 Prozent sind Alkohol- und/oder drogensüchtig. 

Glücklicherweise gibt es vor Ort verschiedene Organisationen, die sich um die Menschen vor Ort kümmern, eine davon ist die sogenannte LAMP Community, die ursprünglich für „Los Angeles Men´s Place stand, heute aber Menschen aller Geschlechter annimmt. Diese Organisation kümmert sich speziell um Heimatlose mit Geisteskrankheiten und versuchen diesen mit betreutem Wohnen und weiteren Hilfen neue Perspektiven zu geben. 

Aus Sicherheits- und Hygiene-Gründen, aber auch um die Anwohner dort nicht zu verschrecken, hat man nicht direkt in der Skid Row gedreht, hat aber ein freies Industrieviertel in ein künstliches Armenviertel verwandelt und dieses mit realen Menschen aus der Skid Row und der LAMP Community besetzt. Auch war Der Solist die erste Produktion, die direkt in den Redaktionsräumen der Los Angeles Times drehen durfte, dem wirklichen Arbeitsplatz von Steve Lopez. Sequenzen wie z.B. das Kennenlernen von Lopez und Ayers im „Pershing Square-Park“ an der Beethoven-Statue wurden an den Originalschauplätzen gedreht. 

Der Solist hat mir sehr gut gefallen und ich lege diesen Film jedem ans Herz, der Lust auf eine wahre und bewegende Geschichte hat, die äußerst gut erzählt und gespielt wird. Dazu sind neben dem Film noch gute Extras dabei. Ein wirklich gelungenes Making Of, Unveröffentlichte Szenen und ein 28-Seitiges Booklet mit Hintergrundinfos zum Film und zu den echten Persönlichkeiten, verfasst von Christoph N. Kellerbach.

Trailer:

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Bluray Fakten:

Darsteller: Jamie Foxx, Robert Downey Jr., Catherine Keener, Tom Hollander, Lisa Gay Hamilton
Regisseur(e): Joe Wright
Komponist: Dario Marianelli
Künstler: Rikki Lea Bestall, Seamus McGarvey, Paul Tothill, Susannah Grant, Francine Maisler, Sarah Greenwood, Debra Hayward, Gary Foster, Charles Rettinghaus, Jacqueline Durran, Dietmar Wunder, Liza Chasin, Russ Krasnoff, Jeff Skoll, Anke Reitzenstein, Tim Bevan, Eric Fellner, Patricia Whitcher, Axel Malzacher, Victoria Sturm
Format: PAL
Sprache: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.85:1
Anzahl Disks: 1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: justbridge entertainment (Rough Trade Distribution)
Erscheinungstermin: 6. April 2020
Produktionsjahr: 2009
Spieldauer: 116 Minuten

Geschrieben von
Markus
Meinung dazu

Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.