Reingeschaut: Together “Unzertrennlich”

Es ist fast schon eine olympische Leistung: Wie kann ein Film gleichzeitig so charmant gespielt und so unfassbar einschläfernd geschrieben sein? “Together” (Unzertrennlich) liefert die Antwort und verdammt ja, von der Story, die ich im Vorfeld lesen konnte, habe ich mir ehrlich gesagt sehr viel mehr versprochen.

Kommen wir zuerst zum Elefanten im Raum, oder besser gesagt: zum Faultier. Die Story dieses Films ist so innovativ wie ein Glas stilles Wasser. Wurde dass das Drehbuch wirklich von einem Menschen geschrieben, oder war da ein Algorithmus am Werk, der mit dem Befehl “Erstelle den generischsten Film aller Zeiten” gefüttert wurde. Jedes Klischee, das in der Filmgeschichte bisher zu Tode geritten wurde, bekommt hier seinen großen Auftritt. Man muss den Film eigentlich gar nicht zu Ende schauen – wer den Trailer gesehen hat, kennt bereits jede “überraschende” Wendung, jeden Konflikt und natürlich das unvermeidliche Happy End. Es ist die filmische Version von Malen-nach-Zahlen, nur dass alle Farben Beige sind.

Aber jetzt kommt das kleine Wunder: Trotz dieses erzählerischen Totalausfalls macht der Film irgendwie Spaß. Und das liegt einzig und allein an der Besetzung.

Man möchte fast auf den Bildschirm schreien: “Was macht ihr in diesem Film?!” Die Schauspieler spielen nicht einfach ihre Rollen; sie betreiben aktive Wiederbelebungsmaßnahmen an Figuren, die auf dem Papier so flach sind wie ein Pizzakarton.

Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie der Cast versucht, echte Emotionen aus Dialogen zu wringen, die vermutlich auf der Rückseite einer Serviette entstanden sind. Sie spielen mit einer Intensität und einem Charisma, als ginge es um einen Oscar.

Dass man den Charakteren ihre Beziehungen überhaupt abkauft, grenzt an Magie. Die Darsteller schaffen es, Blicke und Gesten einzubauen, die mehr erzählen als das gesamte Skript. Sie verleihen dem Ganzen eine Wärme und Menschlichkeit, die die Story so gar nicht hergibt. Ohne diese Truppe wäre der Film eine echte Schlaftablette. Mit ihnen wird er zu einer faszinierenden Studie darüber, wie gutes Schauspiel selbst solchen banalen Unfug aufwerten kann.

Fazit: Together “Unzertrennlich” ist der Beweis dafür, dass gute Schauspieler alles spielen können – sogar das Telefonbuch (oder in diesem Fall: dieses Drehbuch) – und es trotzdem unterhaltsam machen. Schaut Euch den Film an, um zu sehen, wie Profis aus Stroh Gold spinnen. Aber stellt Euch darauf ein, dass Ihr die Handlung schon wieder vergessen haben, bevor der Abspann läuft und nein, es ist nicht ein neuer Teil von Men in Black!

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Kategorien: Entertainment, Reingeschaut

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