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Reingeschaut: Stasikomödie

Wir waren alle dabei. Außer ich!  

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stasikomoedie

Stasikomödie ist nach Sonnenallee und NVA der dritte Teil der DDR-Trilogie von Leander Haußmann. Nachdem er das Leben der Ost-Berliner Jugend in den 70er Jahren erzählte (Sonnenallee / 1999) und den Alltag der Soldaten in der Nationalen Volksarmee zeigte (NVA / 2005) geht es zum Abschluss um das Ministerium für Staatssicherheit. Hier taucht er die damalige Bohème des Prenzlauer Bergs ein. Er erzählt hintergründig, abgründig, aber immer voller Charme eine Geschichte über Gut und Böse und alles, was sich dazwischen befindet.  

Worum geht es in Stasikomödie?  

Ludger Fuchs, prominenter und populärer Romanautor, hat sich entschlossen, Einsicht in seine Stasiakte zu beantragen. Alles hat die Stasi dokumentiert und kommentiert: seine Wohnung, seine Katze, selbst Szenen mit seiner Frau Corinna im Ehebett…  

Leider befindet sich aber auch ein höchst intimer Brief in seinen Unterlagen, der nun den Haussegen möchtig schief hängen lässt. Wütend packt Ludger, der ehemalige Held des Widerstandes der DDR, seine Akte zusammen und entflieht vor dem inzwischen handfesten und lauten Ehestreit.  

Fast sehnsüchtig erinnert er sich daran, als er für die Stasi in die Bohème des Prenzlauer Bergs eintauchte, um sie auszukundschaften und zu zersetzen. Und wie ihm das Leben dort so sehr gefallen hatte: die Freiheit und die Frauen, die ihn schon bald seinen Auftrag vergessen ließen…  

Es geht auf jeden Fall amüsant los. Haußmann liefert detailverliebtes Unterhaltungskino mit einer großen Prise Humor, aber leider driftet Stasikomödie immer wieder abstrakt und Grotesk ab und wird zum Schluss sogar zu einem Trauerspiel.

Mit dem Cast David Kross, Jörg Schüttauf, Antoina Bill, Margarita Broich, Deleila Piasko, Ilka Bessin, Henry Hübchen, Tom Schilling, Karsten Speck, Detlev Buck, Robert Stadlober, Sebastian Zimmler und vielen mehr ist Stasikomödie irgendwie unterhaltsam, aber leider nicht wirklich mein Ding, da gefallen mir die ersten beiden “Teile” der Triologie wesentlich besser.

Stasikomödie liefert kleine, gut beobachtete Miniaturen des DDR-Alltags, die in einer einfachen Handlung verpackt wurden. Wer auf eine wirklich schräge und abstrakte Portion Nostalgie steht, ist hier genau richtig.  

Stasikomödie Trailer:  

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Stasikomödie Fakten:  

  • Seitenverhältnis:‎ 2.39:1 
  • Alterseinstufung: Freigegeben ab 12 Jahren 
  • Regisseur:‎ Leander Haußmann 
  • Medienformat: Breitbild 
  • Laufzeit: ‎1 Stunde und 51 Minuten 
  • Erscheinungstermin:‎ 20. Oktober 2022 
  • Darsteller: ‎ David Kross, Jörg Schüttauf, Antoina Bill, Margarita Broich, Deleila Piasko, Ilka Bessin, Henry Hübchen, Tom Schilling, Karsten Speck, Detlev Buck, Robert Stadlober, Sebastian Zimmler, … 
  • Untertitel:‎ Englisch 
  • Sprache: ‎Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1) 
  • Studio:‎ Constantin Film (Universal Pictures) 

Markus

Vater, Fotograf, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.

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