Die Schwergewicht EP ist jetzt schon seit Februar draußen und Carl ist eigentlich kein Unbekannter mehr, über 10 Jahre war er als MC im Kölner Pow Pow Movement aktiv und hat die halbe Welt bereist, jetzt startet er den Versuch als Solokünstler und der Versuch geht in meinen Augen voll durch die Decke.

Der Sound-Mix aus Dancehall, Afro-Beat, Reggae und Hip Hop knallt so richtig und der Titel Schwergewicht ist nicht unpassend gewählt. Solange er denken kann, macht er Musik, es wurde Ihm quasi in die Wiege gelegt, der Vater war Berufsmusiker und Carl selber hatte mit 11 bereits seine erste Band. Als Teenager entdeckt er Reggae und Dancehall, reist nach Jamaika und nimmt dankbar den Vibe dort auf. Zurück in Köln gründet er sein eigenes Soundsystem. Dank seiner Livepower wird das legendäre Pow Pow Movement auf ihn aufmerksam, wo er vollwertiges Mitglied wurde.

Ein bisschen wie auf Wolke sieben… (Alle Sinne)

Auf einer Show mit Gentleman lernt er den Gitarristen, Producer und Multiinstrumentalisten Tobias Zepezauer kennen und sie starten gemeinsam mit der Produktion neuer Songs. Enormen Input bekommen sie von Guido Craveiro (Dellé, Seeed, Dub Inc) die Tracks bekommen dadurch noch mehr Kraft, der Entschluss, ihn mit ins Team aufzunehmen, steht fest. Hier ist die aktuell wohl spannendste Konstellation der urbanen, deutschen Szene entstanden.

Die Schwergewicht EP mit insgesamt 5 Tracks ist sauber produziert und das Carl am Mic niemanden mehr etwas beweisen muss, hat er in den letzten Jahren wohl genug gezeigt, es ist einfach an der Zeit, dass er noch sehr viel mehr Aufmerksamkeit bekommt. Allein die neue Single mit Megaloh ist ein unfassbares Brett. Carl und Megaloh funktionieren perfekt.

Mein Sound ist definitiv mein aktueller Lieblingstrack. Alles planiert! Aber auf der EP sind noch ganz andere Granaten in Form von Tracks, im Grunde 5 Titel, die hier im Office grad auf Heavy-Rotation laufen. Schwergewicht eben, ich habe lange nicht mehr so eine Energie auf einer Länge von „nur“ 5 Tracks gespürt. Bitte mehr davon!

„Der Drang eigene Songs zu performen und Shows zu spielen, die einen prägenden Eindruck hinterlassen, war irgendwann nicht mehr zu ignorieren.“ Carl im Jahr 2018

Alles richtig gemacht, würde ich sagen. Da kann man gespannt in Richtung Album schielen und hoffen, dass der gute Mann auch auf Tour geht. Ich würde auf jeden Fall hingehen. Ein paar Termine gibts ja schon und ich werde den guten Carl auf jeden Fall weiter beobachten.

Eine klare Empfehlung aus dem ZoomLab!