Diese Miniserie über die Abgründe der menschlichen Psyche hat tatsächlich einen Sucht-Effekt, die 6 Teile mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 350 Minuten haben wir uns innerhalb weniger Tage angeschaut. Die Serie ist nach Motiven des Bestsellers Das Parfum von Patrick Süskind entstanden, quasi eine moderne Interpretation des an sich auch großartigem Film.

Worum geht es?

Ein rätselhafter Mordfall am Niederrhein führt in die Vergangenheit von fünf Internatsschülern, die inspiriert von dem Roman „Das Parfum“, mit dem Geheimnis und der Kraft des menschlichen Dufts experimentierten. Während die Ermittlerin Nadja Simon (Friederike Becht) und Staatsanwalt Grünberg (Wotan Wilke Möhring) den Spuren der Gegenwart folgen, enthüllt sich in parallel erzählten Rückblenden Schritt für Schritt das Geheimnis, dass die fünf Mordverdächtigen durch ihre gemeinsame Vergangenheit auf unheilvolle Weise miteinander verbunden sind.

Neben Wotan Wilke Möhrig und Friederike Becht, begeistern Christian Friedel, Ken Duken, Natalia Belitski, Trystan Pütter und August Diehl in den Hauptrollen der sechsteiligen High End Crime-Serie, die, wie ich finde, eine gewisse Ruhe ausstrahlt, aber dennoch konstant spannend ist und unterm Strich mehrere, eigentlich sehr traurige Geschichten abliefert.

Ein paar Duftproben gefällig?

Ambra (Folge 1)

Moritz, Roman, Elena, Butsche und Zahnlos kennen „K“ aus dem Internat und die Verletzungen an ihrer Leiche kommen ihnen allen bekannt vor. Währenddessen stößt Nadja auf einen ungelösten Fall: Merten, ein jüngerer Mitschüler, verschwand damals spurlos aus dem Internat.

Skatol (Folge 2)

Gemeinsam mit Kommissar Köhler ermittelt Nadja im Umfeld des Internats, wo damals alle – auch der Internatsdirektor – in „K“ verliebt waren. Ihre eigensinnigen Methoden führen zum Streit mit Staatsanwalt Grünberg, mit dem Nadja eine heimliche Affäre hat.

Synthese (Folge 3)

Mit Mertens Verschwinden wollen die fünf nichts zu tun gehabt haben. Doch dann wird seine Leiche gefunden: Sie ist auf dieselbe Weise entstellt wie die von „K“. Unterdessen will der verheiratete Grünberg die Affäre mit Nadja beenden – die erfährt, dass sie schwanger ist.

Die dritte Substanz (Folge 4)

Konfrontiert mit der Schwangerschaft, will Grünberg Nadja zur Abtreibung überreden. Elena hat Angst vor ihrem gewalttätigen Mann Roman und bittet wie früher schon einmal Zahnlos um Hilfe. Mortiz erklärt Nadja, wie er den Geruch von Frauen konserviert – doch tatsächlich geht es ihm um viel mehr.

Herzakkord (Folge 5)

Als Nadja Grünberg unter Druck setzt, beendet er das Verhältnis. Soll sie ihr Kind alleine aufziehen? Verzweifelt verbeißt sich Nadja in die Ermittlungen. Bei der Recherche des „Parfum“-Romans wird ihr klar, was die Motivation des Täters ausmacht: die Sehnsucht nach Liebe.

Fesselung (Folge 6)

Elena belastet mit ihrem Geständnis über Mertens Tod Zahnlos uns sich selbst. Nadja ist jetzt überzeugt, dass es damals wie heute um die Herstellung eines Duftes geht, der Liebe erzwingen kann. Fieberhaft folgt sie einer neuen Spur – bis hin zum überraschenden Showdown.

Je länger die Serie voranschreitet, umso länger werden auch die Kameraeinstellungen, es wird sehr lange gefahren, man wird mit den Figuren in die Dinge entdecken und Perspektiven entblättern.

Philipp Kadelbach

Ohne zu spoilern – den Schluss fand ich persönlich jetzt etwas suspekt, da eröffnen sich mir zu viele Fragen, die am Ende unbeantwortet bleiben. Dennoch ist die komplette Serie ein wirklich großartiges Kunstwerk, welches unter anderem auch durch die wunderschöne Bildsprache und wirklich gute Schauspieler lebt.

Trailer:

Fakten:

Ausstattung (2 Discs)
Regie: Philipp Kadelbach
Drehbuch: Eva Kranenburg
Bildformat: 2.00:1 in 16:9
Tonformat: Deutsch DTS-HD 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 2.0 Hörfilmfassung,
Deutsche Untertitel für Hörgeschädigte
Land/Jahr: Deutschland 2018
FSK: ab 16 Jahren freigegeben
Länge: 6 Folgen á ca. 58 Min.
Kauf-EAN: 4011976343288

Author

Vater, Fotograf, DJ, Blogger, Medienmensch, alles eher autodidaktisch, aber alles mit ganz viel Leidenschaft. Ist auch bei Twitter & Instagram unterwegs. Natürlich kann man mir auch bei Facebook folgen. Zusätzlich blogge ich auf markusroedder.de über Dinge, die hier keinen Platz finden.

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